Das Bundesland Saarland

Die saarländische Landesregierung wirbt mit dem Slogan: „Großes entsteht im Kleinen“. In der Tat, klein ist das Saarland mit gerade einmal 2.569,69 km² das kleinste der deutschen Flächenländer. Mit der französischen Region Grand Est, dem Großherzogtum Luxemburg und der belgischen Region Wallonien bildet das Saarland die europäische Großregion Saar-Lor-Lux, was zur europaweit höchsten grenzüberschreitenden Mobilität von Arbeitnehmern führt. Es liegt im Südwesten des ihn umgebenden Bundeslandes Rheinland-Pfalz, die Landeshauptstadt ist Saarbrücken.

Seine staatliche Existenz verdankt das Saarland dem Versailler Friedensvertrag, seither stand es im deutsch-französischen Spannungsfeld. Unter französischem Protektorat entstand 1947 der erste eigenständige Saarstaat mit einer demokratisch gewählten Regierung. Nach dem sogenannten Saarreferendum von 1955 wurde das Saarland schließlich im Januar 1957 wieder als Bundesland Teil der Bundesrepublik Deutschland. Es ist das einzige Bundesland, in dem Französisch ein Pflichtfach an Gymnasien ist.

Landschaftlich zeigt sich das Saarland als sonnenverwöhnte grüne Oase. 1/3 der Landesfläche bedecken grüne Wälder, der Südosten des kleinen Landes ist stolz auf das UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau, die Saarschleife bei Mettlach ein beliebtes Postkartenmotiv, heute mehr ein Renner auf Instagram. Historische Bauten lassen sich mit dem Saarbrückener Schloss und den Kasematten, Burgen in Kinkel und Mettlach und dem keltischen Ringwall bei Nonnweiler aufspüren. Der Zeit des Bergbaus wird sowohl im Weltkulturerbe Völkinger Hütte gewürdigt als auch im Kupferbergwerk Düppenweiler oder mit dem mächtigen Saarpolygon auf der Bergehalde Ensdorf.

In der Universitätsstadt Homburg schlägt das wissenschaftliche Herz des Saarpfalz-Kreises, Ottweiler zeigt blühende Gärten und barocke Prachtbauten, Saarlouis sieht sich als heimliche Hauptstadt des Landes, in Merzig ertönt Wolfsgeheul im eigens geschaffenen Park, Saarbrücken schlägt im alten Regierungsviertel die Brücke zu Frankreich.

Seit dem Ende des Steinkohlebergbaus ist die Automobilindustrie mit ihren Zulieferern der wichtigste Wirtschaftsfaktor im Land, in dem noch 2 große Stahlunternehmen produzieren. Elektrotechnik und Informatik stellen Wachstumsbereiche. Für den gelungenen Strukturwandel spricht die doppelte Anzahl von Einpendlern gegenüber den Auspendlern.

Das saarländische Motto lautet „Hauptsach, gudd gess“. Angesichts der Nationalspeise von gekochtem Ei mit Maggi, und Lyoner Wurst, die im Ring sogar als Adventkranz herhalten soll, mag das seltsam anmuten. Doch neben gehaltvollen, simplen Mahlzeiten, oft aus eigenem Gemüse- und Kartoffelanbau, und der traditionellen Kombination von Suppen und süßen Kuchen, zog ab Mitte des 20. Jahrhunderts auch die cuisine Frankreichs im Saarland ein. Heute sind Feinschmeckerlokale und Patisserien auch außerhalb von Saarbrücken zu finden.

Saarländer gelten als katholischer, genussfreudiger und heimatverbundener im Vergleich zu anderen Bundesländern, andererseits gelten sie als weltoffener und als gute Gastgeber. Im Saarland begrüßt man sich mit „Unn?“ und erhält als Antwort ein „Ei, gudd“ oder „Es muss“. „Ei“ ist ein Allerweltswort, das überall einfließt. Frauen werden mit einem neutralen Artikel belegt, Eheleute nennen sich „meins“. Das eigene scheint Priorität zu haben, gibt es doch hier die höchste Eigenheimdichte aller deutschen Länder.