Mietspiegel künftig mit Mieten aus vergangenen sechs Jahren

Das Bundeskabinett hat heute ein Gesetz auf den Weg gebracht mit dem der Anstieg der Mietpreise weiter gedämpft werden soll: Konkret geht es um die ortsübliche Vergleichsmiete, welche die Grundlage für die Miethöhe bildet.

Das Kabinett billigte einen Gesetzesentwurf von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) wonach der Betrachtungszeitraum für die ortsübliche Vergleichsmiete und damit auch für Mietspiegel von vier auf sechs Jahre verlängert wird.

Kurzfristige Schwankungen des Mietwohnungsmarktes sollen durch die Verlängerung des Betrachtungszeitraums geringere Auswirkungen auf die Vergleichsmiete haben. Mit der neuen Regelung, die die Bundesregierung im Gesetzentwurf zur Verlängerung des Betrachtungszeitraums für die Vergleichsmiete getroffen hat, möchte sie einen gedämpften Mietpreis-Anstieg bewirken.

BFW gegen Verlängerung des Betrachtungszeitraums

Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) lehnt indes eine Verlängerung des Betrachtungszeitraum für die ortsübliche Vergleichsmiete von 4 auf 6 Jahre ab. „Die Verlängerung des Bezugszeitraumes für den Mietspiegel geht in die völlig falsche Richtung“, kritisierte bereits vor gut vier Wochen BFW-Präsident Andreas Ibel.

„Durch die Einbeziehung von älteren Mieten werden Mietspiegel zu politischen Wunschbildern, die nichts mehr mit der Realität des Wohnungsmarktes zu tun haben“, so Ibel weiter. Mit Blick auf die geplante Mietspiegelreform bis Ende des Jahres fordert der BFW indes, dass qualifizierte Mietspiegels durch eine Erhöhung der wissenschaftlichen Qualität gestärkt werden.

Der BFW fordert deshalb eine Weiterentwicklung der anerkannten wissenschaftlichen Grundsätze. Nur nachgewiesene mietpreisbildende Faktoren sollten Eingang in den Mietspiegel finden. Eine repräsentative und ausreichende Ergebnisstichprobe ist sicherzustellen und die Methodik, Verfahren und Bewertungen müssen verpflichtend in einer gesonderten Dokumentation nachvollziehbar erläutert werden.