Mietspiegel Berlin 2019 liegt vor

Für Berlin gibt es einen neuen Mietspiegel 2019. Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, hat heute den aktuelle Mietspiegel 2019 im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

Er wird alle zwei Jahre durch die Arbeitsgruppe Mietspiegel unter Vorsitz der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen erstellt. Der Mietspiegel gilt in Berlin für rund 1,4 Millionen Wohnungen.

In der Arbeitsgruppe Mietspiegel sind jeweils drei Mieter- und drei Vermieterverbände vertreten. Der Mietspiegel 2019 wurde – erstmals seit 2013 – wieder von allen Verbänden der Arbeitsgruppe anerkannt.

Durchschnittsmiete nettokalt bei 6,72 Euro/m²

Die gewichtete Durchschnittsmiete nettokalt liegt laut Berliner Mietspiegel 2019 bei 6,72 Euro/m² monatlich. Im Vergleich zum Mietspiegel 2017 mit 6,39 Euro/m² entspricht dies einer Erhöhung um rund 2,5 Prozent jährlich bzw. rund 0,17 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Der Mietanstieg ist damit im Vergleich zu 2017 deutlich von 4,6 Prozent auf 2,5 Prozent zurückgegangen.

Auch insgesamt fällt die Steigerungsrate mit 2,5 Prozent niedriger aus, als in den vergangenen Jahren. Seit 2000 stiegen die Mieten in Berlin im Durchschnitt um 2,8 Prozent pro Jahr.

Eine entscheidende Neuerung und qualitative Verbesserung des Berliner Mietspiegels 2019 gegenüber seinen Vorgängern ist die veränderte Einstufung der Wohnlagen durch ein statistisches Verfahren. Statt wie bisher auf Änderungsantrag, wurde die Wohnlagen in Berlin flächendeckend nach objektiven Kriterien analysiert und entsprechend eingeteilt.

Der Mietspiegel ist seit rund 30 Jahren eines der wichtigsten Instrumente, um die unterschiedlichen Interessen von Vermietern und Mietern in der Hauptstadt zu befrieden. Fortwährende Angriffe auf seine Gültigkeit und eine uneinheitliche Rechtsprechung der Amts- und Landesgerichte sorgen jedoch für Verunsicherung unter den Mieterinnen und Mietern. Senatorin Katrin Lompscher fordert daher die Bundesregierung auf, einheitliche rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

„Wenn der Mietspiegel seine befriedende Funktion nicht verlieren soll muss die Bundesregierung endlich handeln. Die Datenbasis für die Abbildung der ortsüblichen Vergleichsmiete im Mietspiegel muss erweitert werden. Zukünftig sollen alle Mietänderungen und Neuabschlüsse der letzten zehn Jahre – und nicht wie bisher der letzten vier Jahre – zur Bildung der ortsüblichen Vergleichsmiete berücksichtigt werden. Die Anforderungen an die Erstellung eines qualifizierten Mietspiegels müssen endlich klar und einheitlich geregelt werden, so dass künftig nur noch qualifizierte Mietspiegel angewandt und keine Vergleichsgutachten mehr herangezogen werden dürfen“, sagte die Senatorin.

Mit den Erhebungen zum Mietspiegel wurden, wie auch in den Vor-Mietspiegeln, Angaben über die einzelnen Betriebskostenpositionen (Abrechnungen des Jahres 2017) erfragt und ausgewertet. Die daraus entwickelte Betriebskostenübersicht bildet ab, was in Berlin an Kosten für Wasser, Straßenreinigung, Gartenpflege, Heizung etc. in der Regel abgerechnet wird. Damit wird eine wichtige Orientierung für alle Mieterhaushalte sowie Vermieterinnen und Vermieter gegeben.

Berliner Mietspiegel 2019

Der Berliner Mietspiegel 2019, einschließlich des Straßenverzeichnisses, wird am Montag, den 13. Mai, im Berliner Amtsblatt veröffentlicht. Zudem werden in den darauf folgenden Tagen Broschüren mit dem Mietspiegel sowie der Betriebskostenübersicht u.a. an alle Bezirke und die beteiligten Mieter- und Vermieterverbände kostenlos verteilt.

Die Broschüre ist außerdem in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen am Standort Württembergische Str. 6 kostenfrei erhältlich. Der Mietspiegel 2019 und der Mietspiegel-Abfrageservice sind ab sofort auch im Internet abrufbar unter „berlin.de/mietspiegel„.