Mieter müssen für Betriebskosten weniger zahlen

Deutschlands Mieter müssen für ihre Wohnungen etwas weniger Betriebskosten bezahlen als noch im Jahr davor. Im Durchschnitt mussten 2,16 Euro pro Quadratmeter im Monat im Jahr 2017 für die „zweite Miete“ aufgewendet werden, teilte der Deutsche Mieterbund (DMB) mit der Vorstellung des neuen Betriebkostenspiegels mit. Das sind 0,03 Euro/qm/Monat oder rund 1,4 Prozent weniger als im Jahr davor (2016: 2,19 Euro/qm/Monat).

Rechnet man alle denkbaren Betriebskostenarten mit den jeweiligen Einzelbeträgen zusammen, kann die sogenannte zweite Miete bis zu 2,81 Euro/qm/Monat betragen (2016: 2,79 Euro). Das sind die Ergebnisse aus dem aktuellen Betriebskostenspiegel, den der DMB jetzt auf Grundlage der Abrechnungsdaten des Jahres 2017 vorlegt hat.

Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung müssten bei Anfallen aller Betriebskostenarten 2.697,60 Euro für das Abrechnungsjahr 2017 aufgebracht werden. Insbesondere bei den Betriebskostenpositionen Grundsteuer, Wasser/Abwasser oder Müllbeseitigung ergeben sich regional bzw. lokal teilweise erhebliche Preisunterschiede. Das gilt auch für Heizkosten und Warmwasser.

Kosten für Heizung und Warmwasser stabil

Die Kosten für Heizung und Warmwasser sind im Abrechnungsjahr 2017 stabil geblieben und liegen im Durchschnitt bei 1,03 Euro/qm/Monat. Hier wird die Höhe der Kosten vor allem durch klimatische Einflüsse, den energetischen Zustand der Wohnung und starken Preisunterschieden sowohl zwischen Heizöl, Gas und Fernwärme, als auch zwischen den einzelnen Gas- und Fernwärmeversorgern bestimmt. Während zum Beispiel die Kosten für ölbeheizte Wohnungen spürbar angestiegen sind, sanken die Kosten für Gas und Fernwärme.

Die von uns ausgewerteten Daten weisen eine Bandbreite von 0,74 bis 1,89 Euro/qm/Monat auf. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung ergeben sich somit durchschnittliche Heiz- und Warmwasserkosten in Höhe von 988,80 Euro im Jahr. Letztlich entfallen rund 50 Prozent der tatsächlich gezahlten Betriebskosten auf Heizung und Warmwasser.

Seit mehr als einem Jahrzehnt veröffentlicht der DMB jährlich einen bundesweiten Betriebskosten-Spiegel um die Nebenkostenabrechnung durchschaubarer „transparenter“ zu machen. Der jetzt veröffentlichte Betriebskostenspiegel für das Abrechnungsjahr 2017 ist der 13. DMB-Betriebskostenspiegel.

Darin sind die Posten einzeln aufgeführt, von den Heizkosten über die Müllabfuhr bis zur Schornsteinreinigung, unter anderem mit einem Durchschnittswert. Mieter sollen anhand des Betriebskosten-Spiegels prüfen können, ob ihre eigene Abrechnung plausibel ist. Laut DMB machen die Nebenkosten bereits mehr als ein Drittel der gesamten Miete aus.