Die Meldung, dass die gewerblichen Mietpreise für Büroflächen und Ladenlokale gestiegen sind, dürfte die institutionelle Anleger und Gewerbeimmobilien-Profis gefreut haben.
Wie der Immobilienverband Deutschland (IVD) berichtet, hat sich der Markt für Gewerbeimmobilien erholt und im Vorjahresvergleich sind die Büromieten und Ladenmieten signifikant gewachsen. Nach neuen „IVD-Gewerbepreisspiegel 2010/2011“ stiegen die Büromieten um 0,68 % bis 0,95 % und auch die Mieten für Einzelhandelsflächen/Ladenmieten legten kräftig zu: In den 1A-Lagen der vom IVD betrachteten Städte bewegen sich die Steigerungsraten zwischen 0,28 % und 0,78 %.
Büromieten in Klein- und Mittelstädten wachsen besonders stark
„Die deutschen Gewerbeimmobilienmärkte profitieren 2010 von stabilen Beschäftigungszahlen und von wachsenden Konsumausgaben“, beschreibt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des IVD die derzeitige Situation am Gewerbeimmobilienmarkt. Analog zu den Beschäftigungszahlen „haben sich auch die Büroimmobilienmärkte in Deutschland positiv entwickelt“, so Schick weiter.
Deutliche Mietanstiege verzeichnet der IVD vor allem bei Büros mit einem einfachen Nutzungswert in Geschäftsrandlage. Für diese Objekte hat der IVD einen mittleren Quadratmeterpreis von rund 4,50 Euro errechnet. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 4,44 Euro. Die stärksten Mietpreisanstiege für Büros mit gutem Nutzungswert wurden vom IVD in Mülheim, Karlsruhe, Braunschweig, Hannover und Regensburg beobachtet: Dort stiegen die Mieten um rund elf Prozent.
In den 20 Topstädten lag der Mietpreisanstieg bei etwa 5,2 Prozent. „Besonders gut hat sich der Büroimmobilienmarkt in Städten zwischen 30.000 und 200.000 Einwohner entwickelt“, fasst Schick das Marktgeschehen zusammen. „Das Mietniveau von Büroimmobilien stieg je nach Nutzungswert zwischen ein und 3,2 Prozent.“ Nachdem im vergangenen Jahr in kleineren Städten überdurchschnittlich hohe Mietpreisrückgänge zu verzeichnen gewesen seien, würden die Korrekturen nun wieder zurückgenommen. „Wachsende Leerstände werden von den dortigen Vermietern nun nicht mehr befürchtet“, sagt Schick.
München bei Büromieten weiter "top"
München ist nach IVD-Gewerbepreisspiegel derzeit der Standort mit dem durchschnittlich höchsten Mietniveau im Bürosegment. Wer in der bayerischen Landeshauptstadt nach Büroflächen mit gutem Nutzungswert sucht, der muss dem IVD zufolge mit einer Miete von etwa 27,50 Euro pro Quadratmeter rechnen. Auf dem zweiten Platz folgen Frankfurt am Main und Düsseldorf mit durchschnittlich 18 Euro pro Quadratmeter.
Einzelhandelsmieten von starker Investorennachfrage begünstigt
Deutsche Einzelhandelsimmobilien profitieren sowohl vom guten Konsumklima als auch von der starken Investorennachfrage. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Vorjahres wurde bereits im zweiten Quartal um 640 Millionen Euro überschritten. „Eine Ursache des starken Interesses ist zweifellos die stabile Mietentwicklung“, analysiert Schick. Laut IVD-Preisspiegel stiegen die Ladenmieten in den 1-a Lagen von Geschäftskernen in einer Spanne von 0,28 bis 0,78 Prozent, wobei auch Mietsteigerungen in den 1a-Lagen von so genannten Nebenkernen abseits der Innenstädte zu beobachten seien.
Die größten Mietpreissteigerungen hat es in sogenannten B-Städten gegeben. „Sie stehen erst seit einigen Jahren wieder verstärkt im Fokus von Investoren und Einzelhandelunternehmen“, sagt Schick. „Ein Grund für das neue Interesse sind die überdurchschnittlichen Umsatzpotenziale.“ Nach einer Studie der GfK werden in Städten mit 100.000 bis 300.000 Einwohner die durchschnittlich höchsten Pro-Kopf-Umsätze erzielt. Die Einzelhandelsumsätze liegen an diesen Standorten um fast 27 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Bei Städten mit mehr als 300.000 Einwohnern liegt dieser Wert dagegen nur bei 20,4 Prozent.
München bei Ladenmieten weiterhin die Nummer eins
Das stärkste Mietpreiswachstum gibt es nach Angaben des IVD in Aachen und Mannheim. Dort wurden bei den Einzelhandelsmieten Zuwächse von 18 beziehungsweise 16 Prozent beobachtet. Bei den absoluten Ladenmieten nimmt auch 2010 München den Spitzenplatz ein. In den 1a-Lagen innerhalb des Geschäftskerns sind hier laut IVD durchschnittlich 290 Euro je Quadratmeter zu zahlen. Auf den weiteren Plätzen folgen Hamburg (220 Euro), Berlin (210 Euro), Frankfurt (165 Euro) und Stuttgart (150 Euro). Im Schnitt wurde in den 20 deutschen Top-Städten eine Quadratmetermiete von 125 Euro verlangt.
Der IVD-Gewerbepreisspiegel informiert über die Entwicklung der Gewerbe-Immobilienmärkte in etwa 360 Städten der Bundesrepublik. Grundlage sind die Marktpreise aus dem zweiten und dritten Quartal des Jahres 2010.
Der IVD-Gewerbe-Preisspiegel 2010/2011 ist zum Preis von 75,00 Euro (inkl. Mwst.) erhältlich: A4-Broschüre geheftet, 32 Seiten als Preisdatensammlung mit Büromieten, Ladenmieten und Grundstückskaufpreise im Gewerbegebiet für ca. 370 Städte bundesweit mit Tabellen und Grafiken. Der IVD-Gewerbe-Preisspiegel 2010/2011 enthält die Netto-Kaltmieten von Büroflächen mit einfachem, mittlerem und gutem Nutzungswert sowie Höchstmieten für Spitzenobjekte in Toplagen, Preise für Baugrundstücke im Gewerbegebiet und Ladenmieten für Flächen in 1a- und 1b-Lagen im Geschäftskern und Nebenkern. Neben den Basiszahlen sind auch der Marktbericht als nähere Erläuterung und Vergleich zum Vorjahr sowie anschauliche Grafiken enthalten. Zudem werden die Daten der erfassten Städte durch weitere Informationen wie zum Beispiel Einwohnerzahl, Einwohnerdichte, Anzahl der Haushalte, Kaufkraft ergänzt. Hier können Sie den Preisspiegel bestellen.