Mieten 2010 gestiegen: Vergleich F+B Mietspiegel-Index und IVD-Wohn-Preisspiegel

F+B-Mietspiegelindex 2010: Durchschnittsmieten moderat gestiegen.

F+B-Mietspiegelindex 2010: Durchschnittsmieten moderat gestiegenDas Jahr 2010 neigt sich dem Ende und rechtzeitig zum Jahresausklang hat das Hamburger Forschungsinstitut F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH den neuen Mietspiegelindex 2010 veröffentlicht.

Die schlechte Nachricht zuerst, die Mieten einmal mehr gestiegen. Die gute Nachricht: Die Mieten sind moderat gestiegen. Lag die durchschnittliche Miete in Deutschland im Jahr 2009 noch bei 5,84 Euro/qm/Monat, liegt sie laut Mietspiegel-Index 2010 nun bei 5,89 Euro/qm/Monat. Die durchschnittliche Mietsteigerung vom Vormietspiegel zum aktuell gültigen Mietspiegel für eine 65 qm große Wohnung mittlerer Ausstattung und Lage beträgt damit rund 0,6 Prozent.

Je nach Region sind die Unterschiede allerdings erheblich: In Ostdeutschland, im Norden und in Nordrhein-Westfalen sind die Mietsteigerungen mit 0,2 bis 0,4 Prozent leicht unterdurchschnittlich, während in den südlichen Bundesländer wie Baden-Württemberg und Bayern, die Mietpreissteigerungen mit 1,8 % um einiges höher sind als im Bundesdurchschnitt. Dies sind Ergebnisse der aktuellen Auswertung aller amtlichen Mietpreisübersichten in Deutschland, die F+B als aktuelle Studie "F+B-Mietspiegel-Index 2010" vorgelegt hat.

F+B verfügt über ein bundesweit einzigartiges Archiv, in dem die Mietspiegel von über 500 deutschen Gemeinden ab 10.000 Einwohnern seit 1995 gesammelt und ständig aktualisiert werden. Auf der Grundlage dieser Daten errechnet F+B jährlich überregionale Vergleichsdaten für Wohnungsmieten.

IVD: Mieten größtenteils gestiegen

Auch laut IVD-Wohn-Preisspiegel 2010/2011 sind die Wohnungsmieten größtenteils gestiegen. Im IVD-Wohn-Preisspiegel wird die Entwicklung und die Mietpreise in über 300 Städten erfasst. Je nach Kategorie lagen die Mietpreise zwischen 1,5 und 2,5 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum 2009/2010. Die größten Mietpreissteigerungen wurden laut IVD bei Neubauten beobachtet. Ebenfalls stark haben sich die Mietpreise bei Altbauten (bis 1948 einfacher Wohnwert) entwickelt.

Hier wurde laut IVD ein durchschnittlicher Anstieg um 2,2 Prozent ermittelt. Für eine Bestandswohnung mittleren Wohnwertes (Nettokalt/qm/Monat für eine 3-Zi.-Whg. mit rund 70 qm Wohnfläche) musste 2009 im Durchschnitt noch 5,62 Euro bezahlt werden. Im Jahr 2010 kostet ein Quadratmeter bereits 5,92 Euro. Die Mieten sind im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt um rund 5,3 Prozent gestiegen.

Münchner Mieten wieder Spitze

Spitzenreiter für das Jahr 2010, sowohl laut Mietspiegelindex 2010 von F+B (10,12 Euro) als auch laut IVD-Wohn-Preisspiegel 2010/2011, ist einmal mehr die bayerische Isarmetropole München (13,20 Euro/guter Wohnwert/Neubau bzw. Erstbezug).

Mietenindex steigt um rund 1,2 Prozent

Betrachten wir noch kurz den Mietenindex. Der Mietpreisindex liefert seit 1999 globale Durchschnittsergebnisse für das gesamte Bundesgebiet ohne Differenzierung zwischen alten und neuen Bundesländern. Er gilt als ein wichtiger Indikator für die Entwicklung der Mieten in Deutschland. Der Mietenindex ist Teil des vom Statistischen Bundesamt berechneten Verbraucherpreisindex (VPI) und hat die Aufgabe, die reine Preisänderung für den Ausgabebereich Wohnungsnutzung zu messen. Mietniveauänderungen aufgrund höherer Wohnqualität und größere Wohnflächen werden dabei im Mietenindex nicht berücksichtigt. Mietsteigerungen aufgrund von beispielsweise Modernisierungen oder Wohnwertverbesserungen gehen deshalb nicht in den Mietindex ein.

Für das Jahr 2010 ergibt sich unter Berücksichtigung der Veränderungen des  Mietenindex bis zum November 2010 ein Wert von 5,06 Euro/qm/Monat bei einer durchschnittlichen Wohnfläche von rund 70 Quadratmetern, was einem Anstieg von rund 1,2 Prozent entspricht.

Fazit

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Mieten im zugrunde liegenden Zeitraum nach dem Mietenindex bzw. nach den Daten des F+B-Mietspiegelindex 2010 insgesamt in etwas geringerem Umfang gestiegen sind wie beim IVD. Durch die moderate Entwicklung des Mietenindexes, als Teil des VPI, kann sogar eine vom Mietenindex ausgehende inflationsdämpfende Wirkung auf den VPI abgeleitet werden.

An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass die Mietentwicklung des „Mietenindexes des Statistischen Bundesamtes“, die Entwicklung der Mietpreise laut IVD und die Entwicklung des „F+B-Mietspiegelindexes“ nicht oder nur bedingt miteinander vergleichbar sind, da die Strukturen der Mietpreisdaten unterschiedlicher Natur sind.

Der Vergleich: F+B-Mietspiegel-Index vs. IVD-Wohn-Preisspiegel

Die nachfolgende Übersicht der Mietpreise vergleicht die Mietpreise der 90 größten Städte, die sowohl bei F+B als auch beim IVD aufgeführt sind.

Die Mieten beziehen sich laut F+B-Mietspiegelindex 2010 auf eine 65 qm große Wohnung mittlerer Ausstattung und Lage auf Städte, für die ein Mietspiegel existiert.  Bei den Mietpreisen handelt es sich um ausgewiesene Nettokaltmieten pro Quadratmeter im Monat.

Die Mietpreise des IVD gelten monatlich, ebenfalls nettokalt, für eine Referenzwohnung mit 3 Zimmern und einer Wohnfläche von ungefähr 70 qm, in den drei Kategorien „Fertigstellung bis 1948“, „Fertigstellung ab 1.1.1949“ und „Neubau“ (Erstbezug - Erstvermietung im Berichtsjahr) in den jeweiligen Wohnwertkategorien einfacher, mittlerer und guter Wohnwert bezahlt werden. 

Da die Wohnungen in der Kategorie „Fertigstellung ab 1.1.1949“ mit mittlerem Wohnwert zahlenmäßig die größte Gruppe sind, wird in der folgenden Gegenüberstellung der Miethöhe einerseits diese Kategorie sowie die Mittelwerte der drei Baujahrs-Kategorien, ebenfalls bei mittlerem Wohnwert, betrachtet.

Quellen: F+B-Mietspiegelindex 2009, F+B-Mietspiegelindex 2010 (über BILD.de "Miet-Atlas 2010: Was kostet Wohnen in Deutschland?"); IVD-Wohn-Preisspiegel 2010/2011

Foto: (c) Gabi Schoenemann / pixelio.de 

 
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