Mieterbund Sachsen erwartet für 2012 steigende Mieten, vor allem in den Großstädten des Freistaates.
(Leipzig, 31.01.2012) - Der Mieterbund Sachsen rechnet für das laufende Jahr mit steigenden Mietpreisen für Wohnraum im Freistaat. "Der Trend aus den vergangenen Jahren wird sich fortsetzen. Viele Mieter werden noch tiefer in die Tasche greifen müssen", sagt Anke Matejka, Vorsitzende des Mieterbundes Sachsen. Ausschlaggebend seien vor allem die vielerorts angespannte Haushaltslage der Städte und Gemeinden sowie der lange und harte Winter zu Beginn des Jahres 2011. In Sachsens Großstädten wird zudem ein Anstieg der Kaltmieten prognostiziert. Der anhaltende Bevölkerungszuzug in den sächsischen Metropolen verschärft die Nachfrage nach Wohnraum und treibt die Mietpreise zusätzlich in die Höhe.
Zahlten die Sachsen im Jahr 2011 noch durchschnittlich 2,30 Euro/qm/Monat für Betriebskosten müssen sie sich für 2012 auf eine größere Belastung der eigenen Haushaltskasse einstellen. „Vor allem die langanhaltenden Frostperioden zu Beginn des Jahres 2011 haben zu einem höheren Heizenergieverbrauch geführt. Das wird sich deutlich in der Abrechnung zeigen“, sagt die Mietexpertin. Befördert werde dies zusätzlich durch die Preisentwicklung. Heizöl, Erdgas und Fernwärme sind in den vergangenen Monaten kontinuierlich nach oben geklettert. Ein gegenläufiger Trend sei derzeit nicht zu erkennen. Matejka: „Deshalb bleibe die energetische Modernisierung von Wohngebäuden unverzichtbar. Nur so können Eigentümer sich und ihre Mieter auf lange Sicht unabhängig von der Energiepreisentwicklung machen.“
Weniger Einflussmöglichkeiten haben sowohl Vermieter als auch Mieter bei den durch die Kommunen berechneten Kosten. So haben die städtischen Versorger teilweise bereits im vergangenen Jahr die Gebühren für die Grundsteuer und die Müllabfuhr erhöht. „Mit Blick auf die desolate Haushaltslage der sächsischen Städte und Gemeinden ist davon auszugehen, dass auch zukünftig an der Gebührenschraube gedreht wird. Die Verwaltungen sind in dieser Hinsicht sehr einfallsreich und viele Vermieter werden, diese Kosten an die Mieter weiterzugeben“, sagt die Vorsitzende des Mieterbundes Sachsen.
In der Vergangenheit punktete Sachsen mit preisgünstigen Kaltmieten was aber in jüngster Zeit durch die im bundesdeutschen Vergleich sehr hohen Betriebskosten teilweise schon wieder konterkariert wurde. Bis zu 5% mehr muss durchschnittlich im Freistaat bezahlt werden. Mateijka empfiehlt den Mietern: „Es sollte genau auf die Nebenkostenabrechnung geachtet werden. Sich abzeichnende Mehrkosten gilt es im Zweifelsfall prüfen zu lassen.“