Mietwohnungsmarkt in Bayern: Mietpreise in München erreichen erneut Rekordwerte, Trend in Bayern dagegen mit stabilen bis leicht rückläufigen Mieten.
(München, 23.12.2011) - Das IVD-Marktforschungsinstitut des IVD Süd e.V. hat Ende Dezember 2011 auf einer Pressekonferenz den traditionellen Marktbericht „Wohnimmobilien-Mietobjekte Herbst 2011 Bayern“ vorgestellt. Der Bericht gibt Auskunft über aktuelle Mietpreise sowie Markttrends auf dem bayerischen Mietmarkt und kann über www.ivd-sued.net erworben werden.
„Im Herbst 2011 kam es in München zu weiteren Anstiegen des Mietpreisniveaus und somit zu erneuten Rekordwerten“, so Prof. Stephan Kippes. „Diese Beobachtung erstreckt sich auf alle Segmente des Mietmarktes. Wobei hier festzustellen ist, dass die Wohnungsmieten etwas verhaltener steigen als beispielsweise die Mieten für Häuser sowohl aus dem Bestand als auch Neubau. Diese weisen im Herbst 2011 deutliche Anstiege auf.“
Stetig steigende Mieten und eher marginal steigende Realeinkommen, gestalten die Suche nach bezahlbarem Wohnraum schwierig. Die nach wie vor niedrigen Baufertigstellungszahlen und der Zuwanderungsdruck in die Region München werden diesen Effekt noch verstärken und zum einem zu Angebotsengpässen und zum anderen zu weiterhin steigenden Mieten führen.
Die Mietpreissteigerungen liegen in München im Herbst 2011 bei den Altbauwohnungen bei plus 1,5 Prozent, Bestandswohnungen plus 1,6 Prozent, neuerrichteten Wohnungen plus 1,4 Prozent. Die Häuser zur Miete weisen folgende Preiserhöhungen auf: Reihenmittelhäuser/Bestand plus 1,9 Prozent, Reihenmittelhäuser/Neubau plus 3,5 Prozent, Doppelhaushälften/Bestand plus 3,2 Prozent und die Doppelhaushälften/Neubau plus 3,6 Prozent.
Für den guten Wohnwert werden in München bei den Altbauwohnungen derzeit im Durchschnitt 13,70 Euro/qm bezahlt. Die Mieten für Wohnungen aus dem Bestand liegen bei 12,70 Euro/qm und für Neubauwohnungen bei 14,00 Euro/qm. Ein Reihenmittelhaus/Bestand zur Miete kostet im Herbst 2011 durchschnittlich 1.650Euro/Objekt und ein Reihenmittelhaus/Neubau 1.770 Euro/Objekt. Das Mietpreisniveau für Doppelhaushälften/Bestand liegt bei durchschnittlichen 1.940 Euro/Objekt und für Doppelhaushälften/Neubau bei 2.300 Euro/Objekt.
„In den letzten Jahren waren die Wohnungsmieten in Bayern kontinuierlich steigend“, so IVD Süd - Vorstandsmitglied Martin Schäfer. „Der Höhepunkt wurde im Herbst 2010 erreicht, als die Wohnungsmieten Rekordwerte erreichten. Nach einer stabilen Phase im Frühjahr 2011 gehen die Mieten im Herbst 2011 nun auf hohem Niveau leicht zurück.“
Im Vergleich zum Frühjahr 2011 verzeichnen die Mieten für Altbauwohnungen im Herbst 2011 bayernweit einen Rückgang von minus 1,7 Prozent, für Mietwohnungen aus dem Bestand minus 0,9 Prozent und für neu errichtete Wohnungen minus 1,4 Prozent. Auch die Mieten für Reihenmittelhäuser/Bestand und Doppelhaushälften/Bestand gaben im Herbst 2011 um minus 2,7 Prozent bzw. minus 2,9 Prozent nach. Lediglich bei den neuerrichteten Reihenmittelhäusern (plus 2,4 Prozent) sowie Doppelhaushälften (plus 2,8 Prozent) konnten steigende Mieten festgestellt werden.
In Oberbayern konnte ähnlich dem Bayerntrend die steigende Tendenz bei den neugebauten Reihenmittelhäusern (plus 2,2 Prozent) und Doppelhaushälften/Neubau (plus 2,9 Prozent) sowie Doppelhaushälften/Bestand (plus 4,2 Prozent) beobachtet werden. Die Wohnungsmieten sind dagegen im Herbst 2011 gegenüber dem Frühjahr 2011 leicht sinkend. So verzeichnen die Mieten für Altbauwohnungen einen Rückgang von minus 1,7 Prozent, Bestandswohnungen minus 0,6 Prozent, die neuerrichteten Wohnungen -1,5 Prozent sowie für Reihenmittelhäuser/Bestand minus 3,1 Prozent.
Die leistungsfähige Wirtschaftsstruktur, hohe Lebensqualität und ausgezeichnete Infrastruktur sorgen für die stetig steigenden Einwohnerzahlen und somit für Wohnraumnachfrage in Nürnberg. Zu den gut nachgefragten Mietobjekten gehören insbesondere kleinere Wohnungen, die speziell von Studenten nachgefragt werden. Während sich in den vergangenen Jahren große und hochwertige Objekte einer großen Beliebtheit erfreuten, ist derzeit gerade hier eine längere Vermarktungsdauer festzustellen.
Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und relativ moderate Preise machen das Wohnen in Augsburg attraktiv. Der starke Anstieg des Mietpreisniveaus im Frühjahr 2011 konnte im Herbst 2011 jedoch nicht bestätigt werden. Die Mietpreise bei den meisten Marktsegmenten blieben stabil. Lediglich die neuerrichteten Wohnungen (plus 0,4 Prozent), Reihenmittelhäuser/Neubau (plus 1,6 Prozent) sowie Doppelhaushälften/Bestand (plus 1,4 Prozent) hatten leichte Anstiege zu verzeichnen.
Gesucht werden vor allem Wohnungen und Häuser im Stadtgebiet und weniger in ländlichen Regionen. Dabei sind zeitgemäße Ausstattungen mit entsprechenden energetischen Werten wichtig. Zukünftig kann davon ausgegangen werden, dass sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt weiter verschärft. Die Neubauaktivitäten im Stadtgebiet waren bis vor kurzem nur marginal. Die Wohnungsmietpreise liegen bei den Mietwohnungen aus dem Bestand bei 7,50 Euro/qm und bei den neuerrichteten Wohnungen bei 9,10 Euro/qm (jeweils auf den guten Wohnwert bezogen).
Die anhaltend starke Nachfrage nach Wohnimmobilien durch Zuzug sowie die wachsende Zahl von Studenten haben etwa beginnend mit dem 3. Quartal 2009 zunehmend zu massiven Engpässen geführt. Die Hauptnachfrage konzentriert sich aktuell auf innerstädtisch oder zentrumsnah gelegene Wohnungen mit 1 bis 3 Zimmern aller Ausstattungsqualitäten. Bedingt durch den starken Anstieg der Studentenzahl kann die Nachfrage für diese Zielgruppe nicht bzw. nur stark eingeschränkt bedient werden. Ein Ausweichen auf weiter entfernte Umlandgemeinden ist für Studenten derzeit nicht zu umgehen. Aktuell ist in Bamberg ein ausgeprägter Vermietermarkt anzutreffen.
Ingolstadt gehört zu den wirtschaftsstärksten Standorten mit einer der niedrigsten Arbeitslosenquote in Bayern. Aufgrund eines hohen Zuzugs der Bevölkerung bleibt die Nachfrage nach Wohnimmobilien ungebrochen hoch. Dies spiegelt sich in einem steigenden Kauf- und Mietpreisniveau wider. So verzeichnet Ingolstadt auch im Herbst 2011 bei fast allen Objekten (bis auf die neuerrichteten Doppelhaushälften) einen Anstieg der Mieten.
Im Zeitraum zwischen 1991 und 2011 legten die Mieten in den Großstädten Bayerns durchschnittlich um plus 1,2 Prozent zu. Der amtliche bayerische Mietenindex stieg in diesem Zeitraum im Schnitt jährlich um plus 2,4 Prozent. Die Wohnungskaltmiete verzeichnete in Bayern zwischen 2005 und Oktober 2011 einen Anstieg um plus 10,8 Prozent. Im Vergleich zu 2005 haben die Kosten für Strom und Gas die stärksten Anstiege zu melden. Gegenüber 2005 legten die Preise im Oktober 2011 um beachtliche plus 40,8 Prozent zu.