Die Vermietungen am Büromarkt in Deutschlands Großstädten Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg, München, Köln und Stuttgart haben wieder an Fahrt aufgenommen, auch die Büromieten „Spitzenmieten“ bewegen sich im 1. Hj. 2011 aufwärts.
(München, 18.07.2011) - Die Immobilienunternehmen haben ihr Halbjahreszahlenwerk für den Bürovermietungsmarkt der deutschen Metropolen vorgelegt, auch die Mietpreise für Büros. Grundsätzlich stimmen die positiven Trends bei den großen Maklerhäusern laut einem Bericht des Immobilienblatts „Immobilienbrief“ (Onlineausgabe Nr. 249 vom 15. Juli) überein. Trotz kaum veränderter Leerstände haben sich die Spitzenmieten nach oben bewegt.
Gründe für die Zunahme der Spitzenmieten sind die gute konjunkturelle Situation, die dazu führt, dass Unternehmen sich wieder nach größeren und besser gelegenen Flächen umschauen. Hinzukommt die Fixierung der oft internationalen Metropolen-Topmieter auf das Spitzensegment Class A, Neubau-Erstbezug in 1a-Lage. Das bestätigt die von dem Blatt oft herausgearbeitete verminderte Repräsentativität der Spitzenmieten für die Gesamtmietsituation seit der Überbauung durch den Internet- Boom, die in der Summe noch nicht abgebaut wurde.
Der damalige Angebotsschub drückt heute noch auf die allgemeine Situation. Neubau-Erstbezug in Toplagen ist dagegen tatsächlich nicht beliebig reproduzierbar und auch bei breitem Überangebot in konjunktureller Hochphase schnell knapp. Allerdings ist Neubau-Erstbezug auch nicht besonders langlebig. In der Zweitverwertung und Drittverwertung kann daraus leicht „ein technisch nicht mehr zeitgemäßer und nicht marktgängiger Bestand“ werden. Die Büromieten der „Top 7“ im ersten Halbjahr 2011:
Büromieten in Frankfurt am Main - Der Klassenprimus!
Klassenprimus bei den Mietpreisen ist einmal mehr Deutschlands Bankenmetropole. Die Spitzenmiete liegt stabil bei rund 35 Euro/qm, bei DIP - Deutsche Immobilien Partner bei 35,60 Euro. Hier hat Jones Lang LaSalle (JLL) mit 33 Euro/qm den niedrigsten Wert. Erzielt wird die Spitzenmiete im Frankfurter Westend.
Mietpreise für Büros in Düsseldorf
Die Spitzenmiete stieg laut Catella PG um 50 Cent auf 24 Euro, bei CB Richard Ellis (CBRE) bei 23 Euro, und wurde in der Innenstadt bzw. im Bankenviertel erzielt. Nach wie vor werden laut der Experten hochmoderne Flächen in 1a-Lagen stark nachgefragt. Daher sollte die Spitzenmiete nochmals leicht ansteigen, da sich im Gegenzug zur Nachfrage derzeit das Angebot verringert. Die gewichtete Durchschnittsmiete beträgt wie im Vorjahr 13,50 Euro.
Hamburgs Büromieten: Spitzenmiete legt moderat zu
Nach Berechnungen von JLL wurden die meisten Deals und das höchste Umsatzvolumen nach wie vor im Preissegment 10 bis 15 Euro pro qm und Monat abgeschlossen. Die gewichtete Durchschnittsmiete gibt Grossmann & Berger (G & B) mit 13,70 Euro an, Savills mit 13,84 Euro, JLL mit 13,86 Euro, Engel & Völkers (E & V) mit 12,90 Euro, BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) und CBRE mit 13,87 Euro.
Auch die Spitzenmiete hat leicht zugelegt und bewegt sich zur Mitte des Jahres in der Innenstadt je nach Unternehmen zwischen 22,50 und 24 Euro. Diese Mieten werden in den Adresslagen wie Neuer Wall oder in Objekten mit Alleinstellungsmerkmalen wie dem Projekt „Emporio“ am Dammtorwall erzielt, berichtet G & B. Die nach oben gerichtete Tendenz bleibe trotz der prognostizierten Erhöhung des Leerstandes für beste Produkte und Standorte erhalten. Interessant ist der Langfristvergleich: Laut JLL-Statistik bewegt sich die aktuelle Spitzenmiete derzeit auf dem Niveau des Jahres 2001. Wesentlicher Unterschied: 2001 gab es kaum Leerstand.
München: Hochpreisige Vermietungen in Toplagen
Die flächengewichtete Durchschnittsmiete lag mit 13,83 Euro/qm noch knapp 3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Spitzenmiete erhöhte sich gegenüber dem Jahr 2010 um 1,00 Euro/qm auf nun 30,00 Euro/qm. Grund seien mehrere hochpreisige Vermietungen in Toplagen innerhalb des Münchener Altstadtrings.
Berlin: Spitzen-Büromiete bei 22 Euro in der Hauptstadt
Die Spitzenmiete wird mit 22 Euro/qm (BNP, CBRE) bis zu 21 Euro (JLL) angegeben. Erzielt wird sie nur in den Toplagen Potsdamer und Leipziger Platz, hier wieder unisono Einmütigkeit. Die Spitzenmiete bleibt mit 21,50, 21,80 und 22 Euro/qm auf dem Niveau des Vorquartals. Angestiegen sind hingegen die Durchschnittsmieten, recherchierte Angermann.
Im Bereich City Ost stieg der Wert im Vergleich zum ersten Jahresviertel von 12,50 Euro/qm auf 12,80 Euro/qm. Eine Steigerung von 11,50 Euro/ qm auf 12,10 Euro/qm konnte im Bereich City West verzeichnet werden. Durch die fortschreitende Verknappung von Büroraum an vereinzelten Standorten der City Ost und der City West ist eine Erhöhung der Mietpreise in diesen Bereichen im weiteren Jahresverlauf wahrscheinlich, so Angermann.
Stuttgart: Spitzenmieten bis 18,50 Euro
Die Spitzenmieten für Büroräume in der baden-württembergischen Landeshauptstadt bewegen sich im ersten Halbjahr 2011 laut Analyse von JLL, BNPPRE und den DIP-Partnern zwischen 18 Euro und 18,50 Euro.
Köln: Büromieten in der Spitze bei 21,60 Euro
Spitzenmieten in Toplagen im I. Halbjahr 2011 nach Berichten von BNPPRE und DIP zwischen 21 Euro und 21,60 Euro.