Leichter Anstieg der Dresdner Büromieten - Spitzenmiete bei 11,00 Euro

Nach dem verhaltenen Jahresauftakt hat der Dresdner Büromarkt im zweiten Quartal dieses Jahres erheblich aufgeholt. Mit insgesamt rund 35.600 Quadratmetern wurden bislang nur 3,8 Prozent weniger Bürofläche als im stark durch die Großanmietung der Stadt im WTC (10.000 Quadratmeter) geprägten Vorjahreszeitraum vermietet.

(Dresden, 12.07.2011) - Eigennutzerprojekte wurden gar nicht realisiert. Über die Hälfte des Flächenumsatzes erfolgte im kleinteiligen Segment bis 500 Quadratmetern – ein Plus von 37 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010. Auch in den weiteren Größenklassen bis 5000 Quadratmeter gab es herausragende Zuwächse. Laut Dr. Eckhard Kaiser, Regionalleiter der Dr. Lübke GmbH in Dresden, gründen sowohl die Nachfrage als auch die Vertragsabschlüsse auf einem wesentlich breiteren Fundament als noch im Vorjahr.

Wurden im ersten Quartal 2011 in Dresden nur rund 14.200 Quadratmeter umgesetzt, konnte zwischen April und Juni bereits ein 150prozentiges Plus verbucht werden, ohne dass eine Großanmietung im Segment ab 5.000 Quadratmeter stattfand. Der Schwerpunkt des Flächenumsatzes lag in den ersten 6 Monaten im Bereich bis 1.000 Quadratmeter (86 Prozent). Auf das Segment 1.001 bis 5.000 Quadratmeter entfielen 14 Prozent der Vermietungsleistung. Hier ergab sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 75 Prozent auch der größte Zuwachs. Vermietungshighlights waren dabei die Anmietung durch das Rechtsamt der Stadt Dresden in der Altstadt (1.400 Quadratmeter), der Vertragsabschluss durch die ITI GmbH im Projekt Zwinger-Forum (1.300 Quadratmeter) sowie durch das Neurologische Medizinische Versorgungszentrum in der Äußeren Neustadt (1.058 Quadratmeter). Die drei Anmietungen erfolgten jeweils in unmittelbarer Nähe zum bisherigen Standort.

IT-/Kommunikationsbranche marktdominant

Im ersten Halbjahr entfiel rund ein Viertel des Flächenumsatzes auf die IT-/Kommunikationsunternehmen. Oliver Münzberg, Senior Consultant bei Dr. Lübke, rechnet bei der wachstumsorientierten Innovationsbranche auch künftig mit attraktiven Nutzerpotenzialen für gewerbliche Flächen. „Dresden gilt als Europas Mikroelektronikstandort Nr. 1 und verfügt über ausgezeichnete Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Hochqualifizierte Arbeitskräfte und ein vergleichsweise günstiges Mietpreisniveau erleichtern expansionsfreudigen Unternehmen die Standortentscheidung“, meint der Experte. Die zweite wichtige Nachfragegruppe Ausbildung/Gesundheit/Soziales verbuchte rund 15 Prozent des Büroflächenumsatzes, gefolgt von der Bau-/Immobilienbranche mit 10 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr wurden durch die Öffentliche Verwaltung nur rund 6 Prozent der Flächen angemietet, was einem Rückgang von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die meisten Anmietungen resultierten aus Erweiterungsbedarfen.

Altstadt bleibt begehrteste Lage

Im ersten Halbjahr entfiel auf die Altstadt mit 43,3 Prozent der größte Flächenumsatz – davon konzentrierten sich allein 45 Prozent auf den Bereich zwischen Wiener Platz, Altmarkt und Postplatz. In der Äußeren Neustadt wurden 13,8 Prozent der Flächen angemietet und jeweils 11,5 Prozent im Dresdner-Osten sowie Westen. Die restlichen rund 20 Prozent verteilten sich auf das übrige Stadtgebiet.

Leichter Anstieg der Mietpreise - Spitzenmiete bei 11,00 Euro

Im zweiten Quartal konnte für die hochwertigen Lagen und Flächen (Altmarkt, Prager Straße, Postplatz) ein leichter Mietpreisanstieg um 50 Cent auf 11,00 Euro/qm durchgesetzt werden. Zuletzt wurde dieser Mietpreis im Jahr 2003 erzielt. Dies manifestiert die Zuversicht der Beteiligten in die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sowie Perspektiven am Standort Dresden. Auch in den guten Lagen gab es ein Plus um 50 Cent für den Maximalwert (Altstadt) - die Mietpreisspanne lag zwischen 5,00 und 8,50 €/qm. In den mittleren Lagen variierten die Mietpreise zwischen 4,50 und 5,50 €/qm. Die gewichtete Durchschnittsmiete lag bei 7,10 €/qm.

Leerstand  bei 10,7 Prozent – Tendenz weiter fallend, da kaum neue Projekte

In Dresden sind zur Zeit rund 268.000 Quadratmeter Bürofläche zur sofortigen Anmietung verfügbar. Dies entspricht einer Leerstandsrate von 10,7 Prozent – der niedrigste Wert seit 10 Jahren. Münzberg rechnet damit, dass sich der Leerstand im Laufe des Jahres nochmals weiter reduzieren wird, da aktuell kaum neue, größere Projekte auf den Markt drängen. „Die rund 4.500 Quadratmeter Bürofläche im geplanten Zwinger-Forum am Postplatz werden zwar erst ab Frühjahr 2013 beziehbar sein, doch erste Vertragsabschlüsse wurden mit der ITI GmbH, einem Spezialist für Simulationssoftware und Ingenieurdienstleistungen, schon realisiert. Insbesondere die Lagen zwischen Altmarkt und Postplatz bleiben weiterhin hoch begehrt“. Vor dem Hintergrund der positiven Konjunkturindikatoren und der stabilen Nachfrage werden sich die Vermietungschancen jedoch auch in den anderen Teilmärkten erhöhen“, so der Experte.

 
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