Der deutsche Wohnungsmarkt steht nach aktuellen Umfragen der Landesbausparkassen (LBS) am Beginn eines Wachstums. Ein deutliches Kaufinteresse sei spürbar, so die LBS. Erstmals seit zehn Jahren seien auch deutliche Preissteigerungen in allen Teilmärkten erkennbar.
(Berlin, 01.07.2011) - Dies ist das Ergebnis der LBS-Analyse in 660 Städten Deutschlands. Regionale Unterschiede gibt es vor allem beim Bauland. Quadratmeterpreise in den Metropolen liegen 20mal über denen in Nord- und Ostdeutschland. Am beliebtesten sind nach wie vor frei stehende Einfamilienhäuser in attraktiver Lage. Die Preise in den teuersten Lagen liegen um den Faktor 10 über denen der der preisgünstigsten.
Spitzenreiter ist nach LBS-Angaben in diesem Jahr Wiesbaden mit 750.000 Euro gefolgt von München mit 710.000 Euro und mit Abstand Heidelberg mit 550.000 Euro, Ingolstadt mit 525.000 Euro, Freiburg mit 520.000 Euro, Stuttgart mit 510.000 Euro sowie Frankfurt mit 500.000 Euro. Aber nicht nur in den Metropolen sind Immobilien knapp und teuer. Das gilt beispielsweise für das Frankfurter Umland. So liegen die Preise in Hofheim mit 600.000 Euro über denen der Mainmetropole. Spitzenpreise erzielen auch die Touristen-Städte wie Starnberg mit 675.000 und Garmisch-Partenkirchen mit 625.000 Euro. Anzeichen für eine Markterholung sehen die LBS-Experten auch beim Neubau von Reihenhäusern.
Außer in den neuen Bundesländern steigen die Preiserwartungen. Es gibt aber noch Ausnahmen. In Westdeutschland bewegten sich die Preise für Reihenhäuser im Durchschnitt in Groß- und Mittelstädten um 200.000 Euro, im Osten und Norden sogar nur zwischen 130.000 und 170.000 Euro. Lediglich in den süddeutschen Städten signalisierte der auf 300.000 Euro gestiegene Durchschnittspreis echte Engpässe. In München kostet ein Reihenhaus immerhin schon 660.000 Euro. Leicht gestiegen sind die Preise für neue Eigentumswohnungen. Laut LBS entstehen die meisten Objekte dieser Art in touristischen Städten und in den Ballungsräumen.
Sie bilden eine Alternative zu dem knappen Angebot an Eigenheimen. An der Spitze liegt auch hier München mit Quadratmeterpreisen von 4.050 Euro. Im Touristen-Bereich sind es Garmisch- Partenkirchen mit 3 900 Euro und Starnberg mit 3.600 Euro. Viele andere süd- und südwestdeutsche Universitätsstädte und Ferienorte wie etwa Konstanz sind mit 3.500 Euro auch nicht gerade preiswert. Allerdings kann in Salzgitter Eigentum schon für 1.100 Euro pro Quadratmeter erwerben. Unter 1.000 Euro/qm bewegen sich die Preise etwa in Flensburg, Seesen, Weißenfels oder Brandenburg. In den Großstädten Dresden, Leipzig, Hannover, Bremen sowie in Dortmund und Essen ist der Erwerb in einer Bandbreite von 1.800 bis 2.100 Euro/qm möglich
Zunehmend nachgefragt sind gebrauchte Eigentumswohnungen. Aufgrund des großen Angebots sind derartige Immobilien zu Preisen erhältlich, die 30 bis 40% unter den Neubau- Angeboten liegen. So kostet der Quadratmeter in den Groß- und Mittelstädten Nord- und Ostdeutschlands häufig unter 1.000/qm, im Süden bei gut 1.500 Euro/qm. Bei der heutigen Finanzierung sind solche Objekte nicht teurer als vergleichbare Mietwohnungen, resümiert die LBS.
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