Mietspiegel Deutschland – Mietniveau, Mietenindex

Immer wieder erhalten wir Anfragen, ob es einen „Mietspiegel Deutschland“ gibt, also eine Übersicht der Mietpreise für alle Städte und Gemeinden Deutschlands. Einen solchen umfassenden Mietspiegel für Deutschland gibt es nicht. Ein solcher Mietspiegel würde aufgrund der starken regionalen Unterschiede des Mietniveaus wenig aussagekräftig sein und damit wenig Sinn machen. Deshalb werden von den jeweiligen Städten und Gemeinden „örtliche“ Mietspiegel erstellt, um das regionale Mietniveau, die „ortsüblichen Vergleichsmieten“ abzubilden. Wer sich dennoch über das Mietniveau, die Struktur und Entwicklung der Mieten im Bundesgebiet informieren möchte, für den lohnt sich ein Blick in den Mietenbericht der Bundesregierung der zuletzt im Jahr 2006 erschienen ist.

Laut Mietenbericht liefert alle vier Jahre die Zusatzerhebung „Wohnen“ des Mikrozensus Angaben zum Mietenniveau in Deutschland. Da die 2006 erhobenen Daten erst Ende 2007 vorlagen, wurde auf das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zurückgegriffen. Im Rahmen des SOEP werden jährlich rund 11.500 private Haushalte, darunter etwa 5.600 Mieterhaushalte, unter anderem zu ihrer Wohnsituation befragt. Das SOEP weist die Bruttokaltmiete, d. h. die Miete einschließlich der kalten Betriebskosten aus.

Die durchschnittliche Bruttokaltmiete betrug 2005 6,19 Euro je qm und Monat (alte Länder: 6,34 Euro; neue Länder: 5,61 Euro). Somit zahlten die Mieterhaushalte bei einer durchschnittlichen Wohnfläche von ungefähr 70 qm im Jahr 2005 in Deutschland eine Bruttokaltmiete von 434 Euro. In den neuen Ländern beträgt die durchschnittliche Bruttokaltmiete 355 Euro gegenüber 456 Euro in den alten Ländern.

Da laut Mietenindex die Bruttokaltmieten 2006 um 1,1 Prozent anstiegen, kann für 2006 von einer durchschnittlichen Bruttokaltmiete in Höhe von 6,25 Euro pro qm bzw. von 438 Euro insgesamt ausgegangen werden (s. Tabelle 1). Die kalten Betriebskosten, d. h. die Kosten für Wasser, Abwasser, Müllabfuhr usw., betrugen 2006 ca. 1,41 Euro pro qm, so dass sich für die Nettokaltmiete (Miete ohne alle Nebenkosten) für 2006 ein Wert von durchschnittlich 4,84 Euro pro qm im Monat ergibt (siehe nachfolgende Abbildung, Quelle: Wohngeld- und Mietenbericht 2006).

Für das Jahr 2007 ergibt sich unter Berücksichtigung der Veränderungen des Mietenindex ein Wert von 4,89 Euro/qm/Monat bei einer durchschnittlichen Wohnfläche von rund 70 Quadratmetern. Für das Jahr 2008 ein Wert von 4,95 Euro/qm/Monat und für das Jahr 2009 einen durchschnittliche Nettokaltmiete in Höhe von 5,00 Euro/qm/Monat (siehe nachfolgende Abbildung, Quelle: Statistisches Bundesamt; Wohngeld- und Mietbericht 2006).

Exkurs „Mietenindex“: Als Indikator für die allgemeine Mietentwicklung wird der vom Statistischen Bundesamt erstellte Mietenindex verwendet. Er gibt Auskunft über die Änderung der Mieten im Gesamtbestand aller Wohnungen. Der Mietenindex wird im Zusammenhang mit der Erstellung von Indizes für die Verbraucherpreise erhoben und bildet nur reine Preisveränderungen für qualitativ gleich bleibenden Wohnraum ab.

Dementsprechend finden Veränderungen des Mietenniveaus aufgrund verbesserter Wohnqualität im Mietenindex grundsätzlich keine Berücksichtigung. Der Mietenindex liefert seit 1999 nur noch Durchschnittsergebnisse für das gesamte Bundesgebiet ohne Unterscheidung nach alten und neuen Ländern. Er erfasst entsprechend den tatsächlichen Gegebenheiten auf den Wohnungsmärkten zum überwiegenden Teil die Mieten in laufenden Verträgen, die der aktuellen Marktentwicklung hinterherhinken. Diese findet ihren Niederschlag in den Erst- und Wiedervertragsmieten.

Der Index der Nettokaltmiete ist seit dem Jahr 2000 bis 2009 um rund 11 Prozent bzw. mit jährlichen Steigerungsraten von durchschnittlich 1,1 Prozent nur geringfügig gestiegen. Die deutliche Preisberuhigung seit dem Jahr 2000 hat sich somit fortgesetzt. Der Nettokaltmietenindex bewegte sich im genannten Zeitraum immer unterhalb des Verbraucherpreisindex (Durchschnitt: 1,7 Prozent).

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